PLÖTZLICH FRÜHLING

Und plötzlich ist es Frühling.

Eines unerwartet sonnigen Morgens, ist man beim Blick aus dem Fenster völlig überrascht, wenn man bei strahlend blauem Himmel das eingerostete Quietschen seiner Mundwinkel bei der schon fast verlernten Bewegung gen Ohren vernimmt, anstatt wie die gefühlt letzte Dekade, die auf dem Fußboden hängenden selbigen, missgestimmt und gezwungenermaßen nach oben zu tackern, um allen anderen wetterleidigen Menschen die Illusion nicht zu rauben, dass man selbstverständlich gute – Laune – technisch höchst erhaben gegenüber solchen Lappalien wie dem (verkacktendrecksmistscheiß) Wetter ist!

Ja klar, das hat natürlich auch nicht immer funktioniert – grumpy cat lässt grüßen – aber zum Glück ist lächeln wie Fahrrad fahren – das verlernt man ja angeblich auch nie. Es besteht also noch Hoffnung – selbst für labiale merkel’sche Dauerhänger.

Sonne. Licht. Energie.

Das hört sich zugegebenermaßen wie ein Werbeslogan für Solarzellenanbieter oder eine neue Poweryoga – Abart an, aber tatsächlich ist an diesem Ursache – Wirkungs – Prinzip etwas dran. Ich habe da mal eben eine Powerpoint -Präsentation vorbereitet… kleiner Spaß!

Aber Fakt ist doch, strahlt uns die Sonne endlich auf die kalkweiße Winterhaut, steigt das Energielevel in nullkommanichts auf atomare Kernschmelztemperatur. Man hüllt sich urplötzlich in absurd bunte Farben, der Friseur bietet Sonnensträhnchen an, es bilden sich wahnwitzig lange Schlangen flipflopender Menschen vor dem Eiscafé, während die Restaurants mit Außengastronomie – Lizenz eiligst ihre noch unlängst eingekellerten Tische auf die Bürgersteige stellen.

Endlich ist es wieder soweit – draußen essen und trinken!

Während man sich unter Tisch allerdings noch fast die frisch in koralle gestrichenen Zehen abfriert, sitzt man über Tisch mit dezenter Sonnenbrille – Marke fliegende Untertasse – bei Aperol Spritz, Hugo, Egon oder sonstigem Saison-Getränk, lehnt mit einem entrüsteten tssssss die von der Bedienung angebotene Fleecedecke ab, und spielt Urlaub. Herrlich!

Ein Glas Wein zur Mittagspause ist jetzt auch kein Tabu mehr außerhalb des Sommerurlaubsortes, sondern Teil von jahreszeitlich begünstigter Lebensqualität. Oder von Work – Life – Balance, wie Klugscheißer es auch gerne formulieren.

Wie auch immer, ich habe mir  – und dem wunderbaren Mann mit dem grünem Daumen – jedenfalls beim mittäglichen frühlingserstliegen in meinem neuen Liegestuhl, ein Glas – oder auch zwei – frisch, fruchtigen Riesling von der Mosel gegönnt, und dazu einen BULGURSALAT als Liebesgabe bereitet.

DAS nenne ich mal eine ordentliche Work – Life – Balance!

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BULGURSALAT  – less work, more life

1 Tasse Bulgur in der doppelten Menge leicht gesalzenem Wasser ca 10 Minuten gar kochen, abgießen, beiseite stellen. In der Zwischenzeit eine Aubergine klein würfeln, und mit einer ebenfalls gewürfelten Zwiebel in Olivenöl anbraten. Wenn die Aubergine anfängt weich zu werden, mit etwas Salz, einem Viertel einer fein gehackten roten Chilischote und etwas Currypulver würzen, und eine handvoll Rosinen hinzugeben. Topf/Pfanne ausschalten.

In einer großen Schüssel ein Dressing aus Zitronensaft, Olivenöl, einem guten TL Tahini und Ahornsirup herstellen, salzen, pfeffern und die Aubergine und den Bulgur dazugeben. Wer mag – und eine vorrätig hat – gibt noch eine halbe fein geschnittene eingelegte Zitrone hinzu.

Eine halbe Salatgurke schälen, entkernen, eine (je nach Größe) viertel bis halbe Mango und eine halbe Avocado ebenfalls schälen – alles würfeln und mit je einer handvoll gehackten Minze, Koriander und glatter Petersilie unter den Bulgur mischen. Mindestens 30 Minuten ziehen lassen. Abschmecken und evtll nochmal nachwürzen.

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Guten Appetit, ich wünsche euch allen eine riesengroße Prise Frühling!!

Dieser Beitrag wurde am 23. April 2013 um 22:49 veröffentlicht. Er wurde unter Essen, Trinken, Wein abgelegt und ist mit , , , , getaggt. Lesezeichen hinzufügen für Permanentlink. Folge allen Kommentaren hier mit dem RSS-Feed für diesen Beitrag.

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