WAS?!?! Die passen doch überhaupt gar nicht zusammen – das wird doch nie was!!!
Es war einmal eine Avocado, die sich nichts sehnlicher wünschte, als endlich ihr Image als wenig variable Beere abzulegen. Unsere innovative Alligatorbirne wollte doch so gerne etwas Neues schaffen, beeindrucken, etwas Unerwartetes tun und letztendlich ein genüsslich anerkennendes Zungenschnalzen hervorrufen. Natürlich, Guacamole war sie gerne – „ist aber irgendwie mainstream„, dachte sie. In Scheiben geschnitten, mit Zitronensaft beträufelt, Fleur de sel beflockt und peffergeschärft – simple chic! Ein Klassiker für Puristen, aber auch nicht das revolutionär Aufwühlende was sie sich vorstellte. Und als eine unter vielen in diesen unglaublich gehypten green smoothies – das kommt ja schonmal gar nicht in Frage. Da schmeckt alles nur irgendwie. Irgendwie gesund. Irgendwie gleich.
Sie hatte natürlich schon von diesen Molekularköchen gehört, die alles pulverisieren, schäumen und in ‚aromatisierte Luft‘ verwandeln. „Naja, eher verschandeln“, dachte sie. „Welcher Mensch isst denn allen Ernstes ,ohne den völligen Verlust seiner Würde aromatisierte Luft, und findet das auch nur ansatzweise normal? Wie soll man Luft überhaupt essen? Da kann man sich in der Großstadt auch auf die Kreisverkehrsinsel stellen und tiiiiief einatmen!“ Nun gut, Wald, Kaffeerösterei oder ein Lavendelfeld in der Provence wären wahlweise sicher eine olfaktorisch erfreulichere Alternative.
Aber eines stand fest – bloß nicht zu viel der Avantgarde!
Die Avocado suchte Rat bei ihren besten Freundinnen – den netten Limetten.
Zuerst schauten die zwei etwas angesäuert drein; die Avocado kam mal wieder nur deshalb vorbei, weil sie etwas wollte – typisch! -, aber man konnte ihr einfach nicht lange böse sein. Tatsächlich hatten die zwei sauren Grünen auch interessantes zu berichten. Sie hatten von einer süßen Mango gehört, die kürzlich eine liaison dangereuse mit einer Avocado einging, welche in einem fulminant – köstlichen Avocado – Mango – Salat – Finale endete.
„Ohhhh, DAS klingt verwegen. Aber ich habe, glaube ich, eine Idee, wie es noch verwegener werden könnte…und… süß!!! Ich muss sofort eine Mango finden…“ Sprachs, drehte sich um und war… „Haaaalt!!“ rief die fette Limette, „ich will mitmachen. Von uns hast du den Tipp, jetzt lass mich wenigstens mitmischen. Komm schon….“ „Na gut,“ antwortete die Avocado, „du passt eigentlich sogar sehr gut dazu…“Kurzes Gewinke von fetter zu adretter und los ging es.
Schneller als erwartet: „Daaaa!! Da vorne, da ist eine…“, rief die Avocado.
„Heee, Fette, du musst auch kommen, Mango tanzt Tango und ist schon Flamme und Feuer für unser Abenteuer …“
So haben sich also unsere drei Früchtchen gesucht, gefunden und zusammengetan, um etwas Außergewöhnliches zu schaffen. Und das Ergebnis kann sich sehen und vor allem – schmecken lassen.
AVOCADO MANGO TÖRTCHEN
1 reife Avocado, 1 kleine ganze oder eine halbe große Mango, 1 Bio Limette, 250g Sahne, Zucker, Vanillezucker, 50g Amarettini, 50g Löffelbiskuit, 60g Butter, Butter zum auspinseln
Außerdem: 4 Servierringe mit einem Durchmesser von 8cm, Back- oder Butterbrotpapier
Servierringe mit etwas Butter auspinseln und mit dem Back- oder Butterbrotpapier über den Rand hoch auskleiden. Amarettini und Löffelbiskuit mit dem Nudelholz oder in der Küchenmaschine fein zermahlen, mit der weichen Butter mischen und als Böden in den Servierringe verteilen. Mit einem Löffel festdrücken.
Mango klein würfeln, mit einem guten EL Zucker, dem Saft, und der abgeriebenen Schale von der Limette mischen und ziehen lassen.
Die Avocado mit dem abgegossenen Limettensaft von der marinierten Mango und 2-3 EL Zucker (nach Bedarf auch mehr) pürieren, Sahne mit einem 1 EL Vanillezucker steif schlagen und unter die Avocadomasse heben. 3 Blätter Gelatine einweichen, ausdrücken, mit einem EL Sahne erhitzen und die Avocado – Sahne – Masse hinzugeben. Auf den Böden in den Servierringen verteilen. Kalt stellen. Beginnt die Masse zu gelieren, das letzte Blatt Gelatine einweichen, ebenfalls kurz erhitzen, die Mango dazugeben und auf dem Avocadomousse verteilen. Mindestens 4 Stunden fest werden lassen.
Und hier ist es also, das tapfere Törtchen, die crossover Creme, die mutige Mousse, das draufgängerische Dessert –
ok, ok, genug Alliterationen für ein Jahr!
Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass diese Kombination so lecker ist, als ich mir das in meinem Hirn zusammengedacht habe, aber das Törtchen schmeckt frisch, fruchtig, fein! So, das war jetzt aber wirklich der letzte literarische Holzhammer.
Übrigens haben meine Testesser einstimmig behauptet, dass das Törtchen am zweiten Tag nach BANANE geschmeckt hätte. Diese wollüstige Avocado…












Oh, Mist, das sollte gar nicht anonym sein… wie geht das denn hier… hmmmmm…. So?
Ach, wie schön! Tausend Dank für deinen Kommentar und ich wünsche dir eine (denk)würdige Einweihung der Dessertringe!!
Ouh, das klingt toll! Ich hab grad so Ring-Dinger gekauft und noch nicht benutzt – das klingt nach einer würdigen Einweihung!