PROVIANT & PICKNICK

Ich bin ein absoluter Fan von Butterbroten – Hasenbrote, wieso eigentlich Hasenbrote? – und jeglicher anderen Art von selbstgemachtem, mitgebrachtem Essen. Kuchen in Alufolie, Brot in Papiertüten, Salat in der Tupperdose, Tee in der Thermoskanne. Das klingt vielleicht sentimental, aber ich habe dann gefühlt immer ein Stück von zu Hause bei mir.

Wahrscheinlich rührt dieses Gefühl noch von früher her. Als ich noch klein war, hat mir nämlich mein Papa immer Brote geschmiert, und in kinderhandgerechte Stücke geschnitten – manchmal allerdings erst, nachdem er sein Aftershave benutzt hat, worauf mindestens ein Brot nach Eau de Papa geschmeckt hat. War mir aber Wurst. Oder Käse.

Mit meinen Kindergartenfreunden, später auch Mitschülern, habe ich ab und zu sogar Brote getauscht. Die hatten dann Nutella drauf, ein Schokocroissant dabei, oder ein gummiartiges weißes Brötchen mit einem zerquetschten – heute politisch hyperkorrekten – afroamerikanischen Schaumkuss drauf. Das war natürlich der absolute Wahnsinn, aber manchmal muss man eben auch erst Experimente wagen, um festzustellen, dass das eigene Leberwurstbrot in Schnittstärke 2 noch immer am besten schmeckt. Wie gesagt, der Zuhause – Faktor…

Auch jetzt nehme ich mir noch immer gerne etwas zu essen mit – wenn ich arbeite, unterwegs bin, auf Reise gehe. Ok, manchmal schaut der Sitznachbar etwas irritiert, wenn da ein Wassermelonen – Feta – Salat aus der Box springt, aber hey, immerhin habe ich meinen Leberwurstbrotkonsum in der Öffentlichkeit auf ein Minimum reduziert, weil DER Geruch manchmal wirklich Odeur – technische Schmerzgrenzen erreicht.

Meine aktuellen Mitnehm und -bringlieblinge sind Focaccia, ein Tatar – Salat aus geräuchter Forelle, Apfel und Minze, und meine Caprese – Kreation, die nichts für Feiglinge ist. Ach so, etwas Süßes darf natürlich auch nicht fehlen. In diesem Fall eher etwas süß-säuerliches. Eine Liebespaarung prallroter Johannisbeeren  und einem sanft mandeligen Marzipanguss…

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Appetit? Dann holt die Tupperdosen raus und fangt an zu werkeln. Das Gebackene braucht natürlich seine Zeit, aber der Rest ist so schnell gezaubert – da kann bei dem momentanen Sommeranfall draußen, schonmal jemand den Grill anschmeißen, und das Gelage kann starten.

FOCACCIA

Zutaten: 500g Weizemehl, 25g frische Hefe, 1 TL Zucker, 1 guter TL Salz, 5 EL Olivenöl plus mehr zum beträufeln, Belag nach Gusto – Rosmarin, Thymian, Knoblauch, getrocknete Tomaten, eingelegte Artischocken, Oliven…

Mehl in eine Schüssel geben, eine Mulde hineindrücken, Hefe und Zucker in 375ml lauwarmem Wasser auflösen, hineingießen, und 30 Min zugedeckt gehen lassen.

Olivenöl und Salz unterkneten – nicht schlampen, das dauert, wenn es gut werden soll schon mindestens 5 Minuten! Jetzt könnt ihr euch entscheiden. Wollt ihr noch am selben Tag leckeres Focaccia essen, dann lasst den Teig nochmal eine gute Stunde zugedeckt an einem möglichst warmen Ort ruhen. Falls ihr zu den Vorausplanern gehört, stellt den Teig in den Kühlschrank, und lasst ihn über Nacht gehen. Ich persönlich bevorzuge letzteres, weil der Teig einfach noch fluffiger wird.

Wie auch immer ihr euch entscheidet, jeweils nach dem gehen lassen, formt ihr den Teig zu dicken handtellergroßen Fladen, drückt mit den Fingern Dellen hinein, und legt sie auf ein mehliertes Backblech. Falls ihr ein wenig „Füllung“, wie z.B. getrocknete Tomaten oder Oliven, IM TEIG haben wollt, wäre JETZT die Gelegenheit, davon etwas hineinzubefördern. Damit es nicht langweilig wird – das Focaccia wieder zudecken, nochmal eine halbe Stunde gehen lassen, den Ofen auf 220°C vorheizen.

Die Fladen mit etwas Olivenöl bestreichen, mit Rosmarin, Thymian, oder auch z.B. Käse bestreuen (denkt euch was aus!) und ca 20 Min backen.

Schmeckt natürlich am besten lauwarm, aber eben auch kalt, und man kann das Brot an den Folgetagen im Backofen wunderbar aufwärmen.

TATAR – SALAT

Pro Person: 1 Filet von geräucherter Forelle, 1/2 Avocado, 1/2 roter Apfel, ein wenig kleingehackte Chilischote, Saft 1/2 bis 1 Limette, Minze, Salz, Pfeffer, Honig (oder Zucker), ein Schuss Öl (Raps- oder Avocadöl)

Avocado und Apfel fein würfeln, Minze hacken, Forellen zerzupfen. Mit den übrigen Zutaten mischen, abschmecken und etwas ziehen lassen.

Ich sag doch – blitzschnell!

CAPRESE PAZZA

Pro Person: 1 weißer wilder Pfirsich, sonst ein halber „normaler“, 1/2 Kugel Büffelmozzarella, Grapefruitöl (Olivenöl geht natülich auch), guter Aceto Balsamico, Zitronenmelisse, (Meer)Salz, Pfeffer

Pfirsich in dünne Scheiben schneiden, Mozzarella schneiden/zerrupfen, und beides auf einem Teller (oder in der Mitnehmdose) anrichten. Mit Öl, Aceto, Salz und Pfeffer würzen, mit der Zitronenmelisse bestreuen.

JOHANNISBEERKUCHEN MIT MARZIPANGUSS

Für eine eckige Tarteform 35x11cm

Teig: 200g Mehl, 80g kalte Butter in Stückchen, 4 El Zucker, eine Prise Salz, 2-3 EL Wasser

Alle Zutaten in der Küchenmaschine „krümelig“ rühren, zu einer Kugel formen, und 1 Stunde in den Kühlschrank stellen. Danach den Ofen auf 180°C heizen, den Teig in die gemehlte Tarteform geben, mehrfach mit einer Gabel einstechen und 25 Minuten backen.

!! Falls die Teigkugel aus dem Kühlschrank zu hart ist – einfach grob in die Form raspeln und festdrücken. !!

Zutaten für den Belag: 300 – 350g Johannisbeeren, 125g Mascarpone (ersatzweise Schmand), 1 Ei (L), 100g Marzipan, 4 EL Zucker, 1 EL Mehl, 1-2 EL Amaretto, abgeriebene Zitronenschale

Johannisbeeren mit einem EL Zucker marinieren. Mascarpone mit Ei, Mehl, 3 EL Zucker, dem Amaretto, und dem geraspelten Marzipan in der Küchenmaschine aufschlagen bis sich der Zucker etwas aufgelöst hat, mit Zitronenschale abschmecken.

Johannisbeeren auf den vorgebackenen Teig geben, Guss darüber gießen, alles ca 45 Min backen.

Ich finde, dass der Kuchen am zweiten Tag am besten schmeckt!

So ihr Schleckermäuler,  jetzt habt ihr ja erstmal einiges zu tun, während ich mich frage, wie ich das ganze Zeug in die maximal 100ml großen Döschen meines Handgepäcks bekommen soll…

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Meinem momentanen Lieblingsmotto folgend, bin ich nämlich jetzt erstmal die nächsten Wochen unterwegs.

Ich wünsche euch allen einen wunderschönen Sommer, einen tollen Urlaub, und viele neue, leckere und inspirierende Eindrücke!

Dieser Beitrag wurde am 16. Juli 2013 um 13:05 veröffentlicht. Er wurde unter Essen, Kuchen, Salat, Trägheit, Völlerei abgelegt und ist mit , , , , , , , , , , , , , getaggt. Lesezeichen hinzufügen für Permanentlink. Folge allen Kommentaren hier mit dem RSS-Feed für diesen Beitrag.

Ein Gedanke zu „PROVIANT & PICKNICK

  1. christine marzen sagte am :

    Hallo mein Mausezahn, wunderbar was Du Dir ausgedacht hast. Darf man Essen mit nach Kanada nehmen? Vermutlich wären sie dort davon begeistert. Ich bin gespannt, wass Du für Ideen von dort mitbringen wirst. Eine gute Zeit und genieße es!!
    Liebe Grüße aus München und Drück drück

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