ODE AN DIE FREUNDE

Echte Freunde sind die Menschen, die dich mögen, obwohl sie dich kennen.

Postkartenspruch, jepp, aber da kann man sagen was man will, das ist Wahrheit zum ins Herz gravieren.

Es ist nun einmal Fakt, dass viele Freundschaften, die man im Laufe seines Lebens schließt, zeitlich limitiert, weil lebensumstandsangepasst sind, und ein Mindesthaltbarkeitsdatum haben. Das ist auch gar nicht schlimm, so ist einfach der Lauf der Dinge. Diese Freundschaften gründen sich auf zufälligen Nachbarschaften, gleicher Uni oder Arbeitsstätte, ähnlich intellektuellem Geschwafel oder einträchtigem Schweigen, gleichem Familien(planungs)stand, dem Ausüben von gemeinsamen Aktivitäten, wie Sprach-, Sport-, Koch- oder Deeskalationskurs, Kinderfrühüberforderungsirgendwasgruppe, Fort-, Rück- oder Weiterbildung, den anonymen Alkoholikern oder dem gleichen Fußballclub.

Ich schätze außer bei letzterem, ändert sich irgendwann zwangsläufig bei allem anderen ohnehin die semi permanente Ausgangslage wieder. Man morpht sich ja eher häppchenweise durchs Leben, (ver)ändert sich selbst mit, und auf Grund der sich ebenfalls ändernden Außenparameter. Mal mehr und mal weniger. Irgendwas ist immer. Von einer, ich nenne sie mal Teilzeitfreundschaft, schafft es dann allerdings kaum eine in die Riege der beständigen und echten Freundschaft.

Vollzeit – Freundschaft geht nämlich darüber hinaus. Über sich ändernde Wohnstätten, Kleidergrößen, Lebenspartner, Berufe, und den aktuellen (Nicht)Kontostand. Echte Freunde bleiben theoretisch sogar beim Fußballclub – Wechsel ansprechbar. Und selbst dann, wenn das Leben wirklich weit ausholt, seinen neon blinkenden Mittelfinger in die Höhe reckt, man nur noch den pfeifenden Rückenwind der panisch davonhechtenden Temporärfreunde spürt, steht der echte Freund ungerührt einfach da. Sogar dann, wenn man selber nur noch weglaufen will. Dann, wenn es richtig unbequem wird, einem der Boden unter den Füßen wegbricht, man sich im freien Fall befindet und weiß, dass man nicht unbeschadet aus der Nummer rauskommt; auch der echte Freund kann den Fall natürlich nicht aufhalten, nicht immer ein Sprungtuch organisieren, aber vielleicht doch immerhin ein kleines Sofakissen für die Seele.

Ihr merkt schon, dass hier ist nicht nur ein Plädoyer für die Freundschaft, es ist eine VERDAMMTE HYMNE!!!!

Ich bin der glücklichste Mensch auf Erden, wenn ich darüber nachdenke, was ich für Freunde habe. Das muss ich einfach mal dringend sagen, und diesen Menschen vor den Latz knallen, dass sie die oberaffencoolste, Herz wärmendste, die allerbeste Sofakissenhalter – Bande auf der Welt sind.

JA, EUCH MEINE ICH!!! Euch, die tollsten Ego Streichler und Kopfzurechtrücker, Antreiber und Ausbremser, Mitlacher und -Weiner, Daumendrücker und Tröster, Ausleiher, Schenker und Verwalter, Zuhörer und Mitredner, Aufesser und Genießer, Feuerlöscher- und Entflammer, Krach- und Musikmacher, Denker und Träumer, Spaßvögel, Radieschenfeen, Bräute, Sportskanonen und Universalgenies –

IHR SEID GROß! WAHR, ECHT – DER ABSOLUTE HAMMER!

So, das musste einfach mal raus. Und weil nach Reden und hymnischem Geschwafel jedweder Art, eigentlich immer nur alle sehnlichst darauf warten, dass ENDLICH mal jemand das Buffett eröffnet, will ich euch auch nicht länger warten lassen. Es gibt Kuchen, feierlich, sensationell lecker, und in null Komma nichts fertig – da können Freunde auch gerne mal unangemeldet vorbeikommen…

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GESTÜRZTER APRIKOSENKUCHEN MIT MANDELKROKANT

Zutaten für eine Springform mit 28cm Durchmesser

Für den Teig:300g Mehl (ich nehme Dinkelmehl Typ 630, das schmeckt etwas „herzhafter“ als normales Weizenmehl Typ 405), 150g weiche Butter, 100g Zucker, 1/2 Vanilleschote,1 Ei (L), Prise Salz

Für den Belag: 750g reife Aprikosen, 100g Mandelstifte, 75g Zucker, 25g Butter

Für den Teig Mehl, Butter, Zucker, ausgekratzte Vanilleschote, Ei und eine gute Prise Salz verkneten. Vorübergehend in den Kühlschrank stellen. Ofen auf 180°C vorheizen.

Aprikosen halbieren und entkernen. Einen Springformboden mit Alufolie auskleiden. In einer Pfanne 25g Butter mit 25g Zucker schmelzen lassen, bis die Masse bräunlich karamellisiert. Auf den Springformboden gießen (heiß, heiß, heiß!!), und die Aprikosen mit der Wölbung nach oben darauf verteilen. Den Teig ausrollen, auf die Aprikosen legen und gut festdrücken. Mehrfach mit einer Gabel einstechen.

Den Ofenboden ebenfalls mit Alufolie bedecken – der Kuchen tropft!

Für ca 30 Minuten backen – evtll etwas länger, der Teig sollte schön angebräunt sein. Umluft ist auch möglich, dann nach 25 Minuten unbedingt nachsehen, ob der Kuchen fertig ist. In der Zwischenzeit die Mandeln mit dem restliche Zucker karamellisieren.

Nach Ende der Backzeit den Springformrand lösen, einen großen, passenden Teller auf den Kuchen legen, und dann mit Schwung umdrehen. Geht selten ohne ein bisschen Gematsche. Den Kuchen mit den karamellisierten Mandeln bestreuen. Fertig!

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Diesen Kuchen kann man auch wunderbar mit anderen Früchten kombinieren – Pfirsiche mit Blaubeeren, dazu karamellisierte Walnüsse sind z.B. eine deliziöse Variante.
Lasst es euch schmecken, ihr habt es euch verdient!
Dieser Beitrag wurde am 26. Juni 2013 um 09:08 veröffentlicht. Er wurde unter Essen, Kuchen abgelegt und ist mit , , , getaggt. Lesezeichen hinzufügen für Permanentlink. Folge allen Kommentaren hier mit dem RSS-Feed für diesen Beitrag.

2 Gedanken zu „ODE AN DIE FREUNDE

  1. Sibylle sagte am :

    Ooooh, das klingt großartig! Wenn ich wieder da bin komm ich mal unangemeldet vorbei… ;)

    • Anonymous sagte am :

      Der Kuchen sind richtig lecker aus. Beim Dinkelmehl bin ich allerdings skeptisch, müsste ich probieren. Gibst den Sonntag? Soll ich noch was mitbringen? Zucker, bis bald. Miriam

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