AL ANDALUS TRES

Das Finale der Reisetrilogie beginnt in GRANADA!

Wir stapfen durch den wunderschönen Altstadt Teil Granadas – Albaicín genannt -herauf, stolpern über Kopfsteinpflaster, schlängeln uns durch Gassen und über pittoreske Wege, bis wir schließlich – geblendet von strahlend weiß gekälkten Häuschen – auf dem Aussichtspunkt angelangt sind. Vis a vis die atemberaubende Alhambra. Das Licht ist fantastisch, alle sind ehrfürchtig erstarrt, selbst Raucherhustens ewig qualmende Kippe ist erloschen, die Schönheit dieses Anblickes blendet alles andere aus, Stille…

…bis, ja, bis drei Sekunden später direkt hinter uns ein Gruppe chicos anfängt Musik zu machen. Naja, Musik ist in diesem Falle ein sehr euphemistischer Begriff, ich würde es dann doch eher EXTREM NERVIGES GESCHRAMMEL nennen wollen. Alle sind schlagartig der Zauberstarre entflohen, die Kippe brennt wieder, der Standort wird bei Facebook gepostet, und nach ein paar Anstandsminuten meldet bunte Strähnchen pflichtbewusst lautstark ihren leeren Magen. Na gut, in der Hinsicht bin ich die letzte die meckert…

Hier eine alternative Granada – Hymne statt des Geschrammels:

Die nächste Station heißt  – angeblich –  RONDA, aber ich glaube die haben sich da irgendwie vertan – das ist doch die halbe Kulisse von Herr der Ringe, oder etwa nicht??

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Da ich mein Elbenbrot allerdings dummerweise schon während der ausgiebigen Alhambra – Besichtigung verkrümelt habe, wage ich mich in ein sagenumwobenes Kloster von Clarissen, die sich in Klausur befinden und deshalb mit niemandem von Angesicht zu Angesicht sprechen dürfen. Dennoch sollen sie selbst gebackenes verkaufen. Wie soll das gehen? Das macht mich natürlich neugierig…

Am Clarissenstift angekommen,  kann ich mir in einer prä – klösterlichen verglasten Auslage exemplarische Köstlichkeiten anschauen – Kekse, kleine Kuchen und Fladen, rein optisch alles sehr appetitlich. Direkt daneben befindet sich eine Klingel. Geraschel und Getrappel, dann eine Stimme, die mit Gott grüßt, und nach meinen Wünschen fragt. So höflich und ehrfürchtig, wie das in meinem rudimentären Spanisch möglich ist, bestelle ich kleine Plätzchen – Teresitas -, und Kuchen – Magdalenas. Vor mir befindet sich eine Art Drehschrank, was mir erst klar wird, als dieser sich bewegt, und meine geordertenLeckereien auf der mir gegenüberliegenden Seite zum Vorschein kommen. Ich nehme alles an mich, lege mein Geld in das nun leere Fach, es dreht sich wieder zurück, ich höre ein Momentito, als die Schwester auf der anderen Seite das Wechselgeld sucht, dann dreht sich das Schatzkästchen noch ein letztes Mal, und ich erhalte mein Wechselgeld samt lächelndem Jesuskärtchen, bedanke mich, und bekomme gute Wünsche mit auf den Weg. Außer diesen interessieren mich jetzt aber vor allem meine süßen Teig – Wegbegleiter. Tatsächlich werde ich nicht enttäuscht – das Gebäck schmeckt hervorragend! Mürbe, nicht zu süß, frisch. Also geschmacksmissioniert haben mich die guten Schwestern sofort.

Nach der Keks -Mission Possible, geht es zum Abschluss der Reise nun noch einmal in eine ganz andere Welt. In ein anders Land sogar.

Das Ziel heißt MAROKKO. ASILAH und TANGER.

P1040399Nach einer bemerkenswert unsanften Überfahrt mit der Fähre, geht es zunächst in Richtung Asilah. Auf dem Weg dorthin halten wir an der Stelle an, wo Atlantik und Mittelmeer aufeinander treffen. Noch mehr Meer.

Bevor wir uns dann zu einem Stadtrundgang aufmachen, gibt es eine kleine Stärkung.

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Heißer, starker und sehr süßer Minztee auf Schwarzteebasis, dazu wunderhübsche, aber furztrockene, fast staubige Plätzchen. Es knirscht, bröselt und blättert – leider ohne rechten Geschmack. Es zählen eben doch nicht nur die äußeren Werte, würden die spanischen Back – Nonnen jetzt vermutlich sagen.

In den beiden Städten, wobei Asilah mehr aufgeräumtes Feriendorf als alles andere ist, reichen sich Klischee und Realität die Hand. Vom Berber Traum in Weiß und Meeresblau, hin zu apartem Grau – Dreck.

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Es ist unglaublich faszinierend wie anders hier alles ist, wie es klingt, wie es riecht, wie die Menschen untereinander und mit Fremden umgehen, alles in dieser lautmalerische Sprache, in der ich nur  marhaban – guten Tag, laa – neinund  shukran – danke zustande bringe. Allerdings scheint das schonmal ein guter Anfang in dieser anderen Welt zu sein…

Eine Sache ist mit Sicherheit aber in jeder Welt gleich. Auch wenn Augen und Ohren schon übersättigt sind von neuen Eindrücken und Erlebnissen, meldet sich irgendwann doch ein unbarmherzig knurrender Magen.

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Doch Fladenbrot und zahnwehsüße Kekse sind auf Dauer nicht genug…

ORIENTALISCH GEFÜLLTE ZUCCHINI

Zutaten für4 Personen:4 kugelförmige Zucchini, gelb oder grün, 400 g Lammhack, 150g Toast oder altbackenes Brötchen, 2 Schalotten, ca 150ml Milch, eine Hand voll Rosinen (getrocknete Aprikosen sind auch toll), 1 – 2 EL Pinienkerne, Ras el Hanout (z.B. dieses), 1 Dose passierte oder stückige Tomaten, Schafskäse (kann durch Gruyère oder Parmesan ersetzt werden), Olivenöl, Minze

Den Ofen auf 200°C Grad vorheizen. Von der Zucchini einen Deckel abschneiden, die Frucht aushölen, das Fruchtfleisch würfeln und beiseite stellen. Die Schalotten ebenfalls würfeln und das Weißbrot in der Milch einweichen. Etwas Öl in einer Pfanne erhitzen, Schalotten anbraten, dann das Lammhackfleisch und Zucchinifruchtfleisch hinzufügen. Danach das eingeweichte Brot und die Rosinen und Pinienkerne gründlich untermischen. Gut rühren, mit Salz, Pfeffer, Ras el Hanout und einer Prise Zucker abschmecken.

Die ausgehöhlten Zucchini in eine Auflaufform stellen, die Hackmasse einfüllen und die Dosentomaten angießen. Bei 200°C 30 – 35 Minuten garen. Nach ca 20 – 25 Minuten den Schafskäse über die Zucchini bröseln und fertig garen. Mit Minze bestreut servieren.

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Es war eine wunderschöne, in jeder Hinsicht bereichernde, und nicht zuletzt natürlich unglaublich leckere Reise durch kulturell und kulinarisch neue und aufregende Welten. Jetzt werde ich mich erstmal stärken, denn das nächste Abenteuer kommt bestimmt. Ich hoffe ihr seid wieder dabei!!

Guten Appetit, shukran und hasta pronto!

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Dieser Beitrag wurde am 18. Oktober 2013 um 16:05 veröffentlicht. Er wurde unter Essen, Essen bei Freunden, Schmoren abgelegt und ist mit , , , , , , , , , getaggt. Lesezeichen hinzufügen für Permanentlink. Folge allen Kommentaren hier mit dem RSS-Feed für diesen Beitrag.

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